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ISBN- 9 783000 268977

 

Dritte erweiterte Auflage

 

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Der Autor

 

Als Pädagoge stellte er immer wieder fest, dass die Jugendlichen, die er in der Berufsausbildung betreute, die gleichen kritischen Fragen und Antworten hatten, die er auch hatte. Nur seine Aufgabe war es, diese Fragen und Antworten systemkonform zu beantworten und die Fragesteller „umzuerziehen“. Die politische Erziehung hatte auch in der Berufsausbildung Vorrang.  So war er als kritisch denkender Mensch ständig in einem Konflikt, der ihm früher oder später zum Verhängnis werden würde.

Mit dem Gedanken in die Bundesrepublik zu flüchten hatte er sich schon öfter befasst. Er sah nur keine reelle Möglichkeit diesen Gedanken ohne Gefahr für seine Familie und sich umzusetzen.

Im Jahr 1988 - mit 33 Jahren - und gewachsener Abneigung sah er dann doch eine Möglichkeit mit seiner Familie den Weg in die Freiheit zu gehen. Dies geschah aber nicht wie eigentlich von ihm geplant.

 

Heute lebt er mit seiner Familie am Niederrhein und arbeitet wieder als Pädagoge bei einem freien Bildungsträger in der beruflichen Bildung.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

als ich 1989 begann, dieses Buch zu schreiben, dachte ich zunächst an unsere spannende Fluchtgeschichte. Diese zu erzählen war mein unbedingtes Ziel, weil ich sowohl auf meine Familie als auch auf mich sehr stolz war. Auch sollten sich die Machthaber in der DDR ärgern, die uns unserer Freiheit und unserer Gemeinsamkeit beraubten.

Dann aber überschlugen sich ab Sommer 1989 die politischen Ereignisse und meine Motivation wurde durch die Freude des Mauerfalls am 09. November 1989 und der Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 gebremst.

Erst im Jahr 1995, als wir bei der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR Einsicht in die Stasiunterlagen nahmen, stellte sich für mich die Herausforderung erneut. Es dauerte weitere vier Jahre, bis ich die wahre Identität der Stasi-Spitzel, der Inoffiziellen Mitarbeiter (kurz: IM), erlangte.

Da jedoch waren schon zehn lange Jahre vergangen und mein Ansporn, unsere Geschichte zu erzählen, schien vollkommen am Nullpunkt angekommen zu sein. Der Alltag ließ die Vergangenheit verblassen.

Im September 2008 bin ich Großvater geworden. Meine Tochter hat den kleinen Bennit geboren und mir ist schlagartig bewusst geworden, dass eine neue Generation heranwächst, die von all den Einschränkungen, Verboten, Kontrollen, Überwachung, und Bespitzelung des DDR-Regimes kaum noch etwas erfahren wird.

Sicherlich hat dies seine guten Seiten, jedoch muss die Geschichte der neuen Generation umso mehr bewusst gemacht werden, damit sie aus ihr lernen und sich jeder Diktatur in den Weg stellen kann. Sie soll lernen, dass sich ein Volk einer sich einmal gefestigten Diktatur nur schwer erwehren und entziehen kann.

Darüber hinaus möchte ich an die vielen Opfer erinnern, die bei dem Versuch der Flucht an der Grenze gestorben sind. Viele Menschen, die bei der Flucht durch Minen, Selbstschussanlagen, Schüsse aus dem Maschinengewehr  und anderem verletzt und verkrüppelt wurden.

Ich möchte an die Menschen erinnern, die durch Inhaftierung, Trennung von der Familie oder Wegnahme und Zwangsadoption des eigenen Kindes psychisch erkrankten.

Es gibt Menschen, die sich auf Grund der Diktatur und ihrer gescheiterten Flucht, in ihrem Berufsleben nicht frei entwickeln konnten und heute in Armut leben. Andere hingegen, die sich damals opportunistisch verhielten, sind heute im Berufsleben privilegiert.  

All diese menschlichen Schicksale sollen mahnen, die Lehren aus dem heutigen Wissen zu ziehen.

Damit die Vorgehensweise der DDR-Diktatur verständlicher wird, sind in diesem Buch zahlreiche Kopien aus den Unterlagen der Staatssicherheit  beigefügt. Dadurch erhält der Leser eine parallele Dokumentation der Ereignisse; sowohl aus Sicht der Flüchtlinge als auch aus der Sicht der verschiedenen Sicherheitsorgane und der dort unterschiedlichen Führungsebenen.

Während sich die Familie über die geglückte Flucht und damit über die Familienzusammenführung freut, wird in der DDR ein Haftbefehl für den Familienvater - vom ostdeutschen Staat als Menschenhändler angeklagt - erlassen.

In den Stasiakten zeigt sich unter anderem, wie die DDR den Funkverkehr der BRD abhörte und wie Spitzel in der BRD die Redaktion der Bildzeitung ausspionierten.

Ebenso interessant ist der Vorwurf der unterschiedlichen Verantwortlichen über die gemachten Fehler der so genannten Sicherheitsorgane.

Alles in allem kann der Autor auf Berichte von insgesamt 14 Aktenordnern verweisen, die hier verständlicherweise nicht alle veröffentlicht werden können. Es sind aber zahlreiche Wiederholungen in den Akten, da auf Kreis,- Bezirks- und Ministerebene berichtet wurde.

Mit diesem Buch möchte ich mich aber auch bei all denen bedanken - Verwandte, Freunde und auch fremde Menschen -  die mir und meiner Familie in der Bundesrepublik geholfen haben, ein neue Existenz aufzubauen.

Es tut mir leid, dass ich damals vielen Menschen in der DDR durch meine Flucht Probleme bereitete. Das ist nie meine Absicht gewesen.

Der Autor

 

Der Autor Roland Schreyer wurde 1956 in der DDR geboren.

Er durchlief das typische „sozialistische Erziehungsprogramm“ wie nahezu alle DDR-Bürger. Kindergarten, Schule Berufsausbildung, Armeedienst und Studium.

Als heranwachsender erkannte er, dass das DDR-System Schutz und Gefahr gleichzeitig bot. Schutz  für alle, die bedingungslos mitmachten. Gefahr für diejenigen, die widersprachen.