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ISBN- 9 783000 268977

 

Dritte erweiterte Auflage

 

flage

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Vortrag mit folgendem Inhalt kann gebucht werden:

 

- Flucht

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Textauszüge

Anekdoten aus der DDR

 

In der Anlage zum Buch sind einige Kurzgeschichten aus meiner DDR-Zeit.    Hier einige Auszüge

 

Sie handeln von meiner Zeit als Zivilangestellter bei den Grenztruppen der DDR, als ich am Grenzübergang Marienborn/Helmstedt arbeitete

 

und  aus meiner NVA-Zeit ( Nationale Volksarmee ) sowie aus meiner Zeit als Reiseleiter bei „Jugendtourist“ der DDR.

Arbeiten bei den „Freunden“

Die Alliierten Militärs (Amerikaner, Franzosen und Engländer) hatten eine eigene Ein- und Ausreisespur. Dieser Bereich, politisch hoch sensibel, lag hinter einer undurchsichtigen Glasmauer. Kein DDR-Kontrolleur, egal ob Zoll, PKE, Stasi, Volkspolizei oder Grenztruppen, durfte dorthin. Nur wir als Handwerker konnten in diesen Bereich wenn es nötig war, also eine Störung vorlag oder etwas Neues zu installieren war.

Ich kann über die Russen, im offiziellen Sprachgebrauch wurden sie die "Freunde" genannt, nichts Schlechtes berichten. Sie waren immer sehr höflich, hilfsbereit und guter Laune. Es gab uns gegenüber immer ein freundschaftliches Entgegenkommen. Das sah aber bei den Russen untereinander nicht so aus. Die einfachen Soldaten wurden wie Menschen zweiter Klasse behandelt.

Wir hatten nie Probleme dort, egal mit welchem Dienstgrad.

Nun weiß zumindest jeder ehemaliger DDR-Bürger, dass die russischen Militärs, unsere „Freunde“ immer einen eigenartigen Geruch um sich hatten. Der Geruch war recht penetrant. Wenn zum Beispiel ein Soldat in einem Zugabteil saß, konnte man es mindestens in dem gesamten Wagon riechen, wenn nicht noch weiter. Es war ein Geruch nach ranzigem Schmalz gemischt mit altem Bohnerwachs. Es lässt sich schlecht beschreiben. Wahrscheinlich kam er von den eingecremten Stiefeln und Ledergürtel.

So war es natürlich auch dort in den Gebäuden. Wenn man eine Zeit dort war, gewöhnte man sich dran und nahm es nicht mehr wahr.

Es gab ein Haupthaus neben der Einreisespur und ein kleines Nebenhaus neben der Ausreisespur.

Im Haupthaus saß der russische diensthabende Offizier mit einigen Unteroffizieren und mehreren Soldaten. Im Nebenhaus, je nach Reiseverkehr ein bis vier Soldaten und Unteroffiziere. Im Haupthaus hatten sie eine kleine Küche, einen Aufenthaltsraum, einen Dienstraum und einen Offiziersraum, in dem ein Bett stand. Alles sah nicht so sauber aus wie auf der deutschen Seite.

In der Küche waren ständig die Steckdosen defekt. Verschmort, auseinandergebaut oder zerbrochen und Teile fehlten. Ich weiß bis heute nicht, was die da immer machten.

Mit der Sicherheit nahmen sie es nie so ernst. Es wurden auch Kabel ohne Stecker in die Steckdose gesteckt, was die Ursache des Verschmorens war, Kabel mit defekter Isolierung verwendet, Abdeckungen waren verschwunden usw. Hier hätte man jeden Tag genug zu tun, aber solange die Geräte liefen, war es ihnen egal in welchem Zustand die Elektrik war.

Sicherheit wurde in diesem Fall ganz klein geschrieben.

Dann lief den ganzen Tag und wahrscheinlich auch nachts der Fernseher und das Radio und zwar West-Fernsehen und West-Radio. Die verstanden kein Wort Deutsch und somit war es wohl egal, ob DDR Fernsehen/Radio oder West-Fernsehen/Radio lief. Das war auf der deutschen Seite der GÜST undenkbar.

Sie boten mir immer Tee an und wollten mit mir sprechen, so weit es irgendwie ging. Sie sprachen kaum Deutsch und mein Schulrussisch war auch schlecht.

Es kam öfter vor, dass eine Lampe nicht leuchtete oder die elektrische Heizung in dem kleinen Nebenhaus nicht funktionierte. Die Ursache dieser Defekte war uns Elektrikern schon immer klar. Die Soldaten tauschten mit den Amerikanern Gegenstände aus. Die Amis waren scharf auf ein russisches Mützenemblem, eine Koppelschnalle oder ein paar Schulterstücke. Das kam bestimmt gut an, wenn man wieder in Texas oder in Ohio war. Wer hat das dort schon? Und das auch noch selbst von einem Russen bekommen!!!

Die Russen freuten sich über Zigaretten, Rasierwasser und Fotos von nackten Frauen. Dass dies natürlich heimlich geschehen musste, versteht sich von selbst. So mussten die Dinge selbstverständlich versteckt werden. Da boten sich die elektrische Heizung und die Leuchtstofflampen an. Selbst in der umgenähten Kante der Gardine wurden die Zigaretten einzeln, nacheinander hinein geschoben und versteckt. Beim Verstecken der ausgetauschten Dinge ging hin und wieder eines der Elektrogeräte kaputt.

Es gab auch verkohlte Stellen um den Heizkörper, vermutlich hatte ein verstecktes Pornoheft an der Heizspirale Feuer gefangen.

Wir wussten lange nicht, warum gerade dort immer so komische Defekte auftraten. Denn diese Heizungen und Lampen gab es auf der ganzen GÜST, ansonsten ohne diese häufigen Störungen. Bis ich eines Tages, sozusagen prophylaktisch, eine Heizung, die nicht defekt war, auseinander baute. Da fand ich einige dieser getauschten Dinge. Jetzt war mir klar, was da lief. Meine Kollegen und ich, wir haben die russischen Soldaten nie verraten, denn sie waren ja unsere „Freunde“.

Das hatte für uns natürlich den Nachteil, dass wir weiterhin viel Arbeit hatten. Unser Chef fragte uns manchmal, warum dort ständig etwas kaputt geht. Wir sagten „die basteln eben gern“. Das war sowieso die allgemeine Meinung, die unsere Leute über die Russen hatten.

Bei den Russischen „Freunden“ muss sich herum gesprochen haben, dass wir keine „Anscheißer“ waren, denn sie boten uns hin und wieder Zigaretten, Rasierwasser  und Pornos an. Ich nahm nichts an und meine Kollegen vermutlich auch nicht, da das für uns erhebliche Konsequenzen gehabt hätte, wenn wir aufgeflogen wären…………..