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ISBN- 9 783000 268977

 

Dritte erweiterte Auflage

 

flage

BUCHEMPFEHLUNG für AKTE KANAL

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Vortrag mit folgendem Inhalt kann gebucht werden:

 

- Flucht

- Wehrdienst NVA

- Reisen mit DDR Jugendtourist

- Grenzübergang Marienborn       Autobahn

 

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Textauszüge 2

 

Vorbereitung der Probeflucht

 

Seit Tagen bereitete ich mich mental und logistisch auf die in Kürze geplante Probeflucht vor. Nachts konnte ich nicht mehr schlafen und am Tage kreisten meine Gedanken nur um die Fluchtvorbereitungen. Am letzten Mai-Sonntag wollte ich es wagen. Einen Taucheranzug, mehrere Eisensägeblätter und eine Eisensäge, eine Taschenlampe, ein Messer, eine Brechstange, Handschuhe, Band und Klebeband im Gepäck und den Plan im Kopf, so sollte aus der Theorie Wirklichkeit werden. Von meinem Onkel bekam ich den alten Mercedes, mit dem ich zunächst nach Hannover fahren wollte, um bei Onkel und Tante meiner Frau zu übernachten. Der großzügige Onkel Franz aus Bottrop tankte noch den PKW voll und alle Insider wünschten mir viel Erfolg.

In Hannover angekommen, berichtete ich dem 80-jährigen Onkel Paul und der 76-jährigen Tante Hilde von meinem Vorhaben und von Monikas Einverständnis mit der Flucht. Ich hatte den Eindruck, dass ich die alten Leute mit der Problematik überforderte. Einerseits wollten sie gern ihre Nichte bei sich haben, andererseits war ihnen das Risiko zu groß, so dass sie an den Erfolg nicht glauben konnten.

Nach einer diskussionsreichen Nacht und wenig Schlaf ruhte ich mich bis in den frühen Nachmittag noch aus und genoss meine Freiheit. Mir war klar, dass ich bereits in der folgenden Nacht schon im DDR-Gefängnis oder erschossen sein könnte.

Die 80 Kilometer-Fahrt von Hannover bis zur Grenze verging schnell, da meine Gedanken ständig zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin und her sprangen. An der Grenze angekommen, parkte ich das Auto so weit weg, dass die Grenzposten das Nummernschild nicht sehen konnten.

Zunächst inspizierte ich aus der Ferne den betreffenden Grenzabschnitt um festzustellen, ob sich seit meinem letzten Besuch etwas verändert hatte. Dies schien nicht der Fall zu sein. Beruhigt ging ich wieder zum Auto, stellte den Sitz nach hinten, um zu ruhen und mich auf die „große Sache“ vorzubereiten. Die Stunden verflogen, ich empfand die Abstände der stündlichen Nachrichten, die aus dem Radio kamen, als immer kürzer. Es wurde langsam dunkel und der Bundesgrenzschutz fuhr auch schon das zweite Mal an mir vorbei. So beschloss ich, mich in das Hinterland zurückzuziehen, um nicht aufzufallen und mich dort umzuziehen.

Als ich meinen Taucheranzug anhatte, fing ich an zu schwitzen, denn es war ein milder Mai-Sonntag und die nervliche Anspannung tat ein Übriges. Es war 23 Uhr, als ich abermals Richtung Grenze fuhr. An einem vorher ausgesuchten Platz stellte ich den PKW ab und schlich in gebückter Haltung, mit einem dunklen Plastikbeutel, in dem ich sämtliche Werkzeuge hatte, dem auserwählten Grenzabschnitt entgegen. Es war eine wunderschöne Nacht, der Himmel klar, es war relativ hell, der Mond schien und es war kein Windhauch zu spüren. „Die Nacht wäre so schön, um spazieren zu gehen, um sich zu verlieben oder um die Natur zu bewundern“, dachte ich, „aber auf keinen Fall, um die Grenze zu bezwingen. Regen, Wind, schlechte Sicht, das wäre optimal.“

Ich lag auf dem Bauch mitten auf dem Acker, das heranwachsende Getreide, etwa 15 Zentimeter hoch, gab auch keine Deckung. Ich dachte: „Wie dilettantisch von mir, dass ich das Wetter nicht berücksichtigt habe.“ An alles glaubte ich gedacht zu haben - und nun diese Erkenntnis. Selbst das Rascheln des Plastikbeutels konnte man viele Meter weit hören. Ich kam mir auf dem Acker so beobachtet vor, als würde schon die gesamte DDR auf der anderen Seite auf mich warten.

"Scheiße, was soll ich bloß machen", überlegte ich. "Zurück und die Probeflucht verschieben?" Damit würden die Zweifler die Oberhand gewinnen, meine Glaubwürdigkeit würde schmelzen und die damit verbundene Unterstützung für die Flucht auch. Oder weitermachen? Bei so schlechten Ausgangsbedingungen habe ich schlechte Chancen und riskiere alles. Doch ein Aufgeben jetzt schon, das wäre zu früh. "Ich muss wenigstens bis zur Kanalisation und bis zur ersten Sperre, um neue Erkenntnisse zu bekommen."

Als erstes holte ich das Werkzeug aus dem raschelnden Plastikbeutel, ließ ihn liegen und steckte einen Teil in meinen Taucheranzug, den Rest nahm ich in die Hände. Nun robbte ich, auf dem Bauch liegend, Richtung Grenze. Es waren noch ca. 300 Meter und der Schweiß lief mir vom Körper. Nach einigen Metern musste ich pausieren, um Kräfte zu sammeln und zu beobachten. So brauchte ich einige Zeit, bis ich an das kleine Wäldchen herankam, das schon DDR-Gebiet war. Als ich am Ende des Ackers und damit am Ende des westdeutschen Hoheitsgebietes angelangt war, kroch ich in den dunklen Wald und legte wieder eine Pause ein. Spätestens ab jetzt war die Gefahr allgegenwärtig, ab jetzt war das Leben so ernst und gefährlich wie nie zuvor.

Nachdem ich mich lange Zeit nicht vom Fleck gerührt hatte, kroch ich schließlich auf allen Vieren weiter. Brennnesseln, Gräser und stachlige Büsche verbrannten, zerschnitten und zerkratzten mein Gesicht. Ich nahm es teilnahmslos hin, als wäre es nicht mein Körper. Plötzlich ein lautes Geräusch! Ich erstarrte vor Angst und Schreck, zu keinem Gedanken fähig.

Ein grunzendes Wildschwein lief kurz vor mir aufgescheucht davon. Eine erleichternde Tatsache, doch von diesem Schreck musste ich mich erst erholen und verblieb eine Zeit an dieser Stelle. „Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, denn wenn hier Grenzposten wären, würde das Wildschwein nicht hier an dieser Stelle sein“, so waren meine Überlegungen, mit denen ich mir neuen Mut machte.

Als ich weiter kroch, hörte ich das Plätschern des Baches. Am Bach angekommen, glitt ich langsam die kleine Böschung hinunter, ließ mich in das eiskalte Wasser fallen und löschte meinen nicht mehr auszuhaltenden Durst. Es war so angenehm, dass ich es als Erlösung empfand. Dreckig und nass lag ich im Schlamm und freute mich, dass bis jetzt alles gut gegangen war.

Dann folgte ich dem Bachlauf bis zum Anfang der Kanalisation. Hier kletterte ich nochmals kurz aus dem Bach heraus, um die Grenzsicherungsanlagen aus nächster Nähe zu betrachten. Der Streckmetallzaun war ca. 70 Meter entfernt und dahinter war es taghell beleuchtet. Dies sei für mein Vorhaben kein Problem, dachte ich, weil ich sowieso in den Untergrund verschwinden würde.

Ich ließ mich wieder die Böschung hinab in den Bach hinein und kroch in das schwarze Loch der Kanalisation. Ich empfand es nicht als unheimlich, nein, eher als Sicherheit und als Schutz gegen meine Gegner.

Kaum war ich einige Meter gekrochen, spürte ich, wie das zunächst so angenehm kalte Wasser allmählich immer kälter wurde. Über einen längeren Zeitraum könnte es unerträglich werden, fürchtete ich. Weit genug in der Kanalisation drin, wagte ich es, die Taschenlampe anzuschalten und sah, dass der Kanal einen Bogen machte. Ich konnte aber keine Sperren oder Signalmelder erkennen.

Nachdem ich das Licht wieder ausgemacht hatte, kroch ich in der ca.

80 cm hohen Kanalisation weiter Richtung Osten. Nach der Biegung sah ich Licht in der Ferne. Das war eine Überraschung, denn ich war bis jetzt davon ausgegangen, dass der Kanal in einem ganzen Abschnitt, also ohne Unterbrechung, bis zur Harbker Straße durchginge und die war, nach meinen Schätzungen, noch ca. 800 Meter entfernt.

Voller Neugier kroch ich dem Licht entgegen und stellte fest, dass der Kanal hier mit einem Gitter endete. Der Bach war nach dem Gitter auf einer Länge von drei Metern offen und verschwand dann wieder in die nächste Kanalisation, aber unvergittert. Die Stelle war taghell und ich hatte die Orientierung verloren. Enttäuscht drückte ich mein Gesicht an das Gitter und weinte. Alle Illusionen waren dahin, der Traum, meine Familie zu holen, war ausgeträumt. Alles war sinnlos, der Schmerz und die Enttäuschung grenzenlos. Ich ließ mich in das Wasser fallen und mit dem Gesicht im Wasser liegend, ohne atmen zu können, verging die Zeit, ohne dass ich ein Zeitgefühl verspürte.

Irgendwann kam der Urinstinkt des Überlebens, ich riss den Kopf hoch, atmete tief durch und versuchte, wieder klare Gedanken zu fassen. „Mit einem Gitter habe ich doch gerechnet, “ sagte ich mir, „nur nicht mit der offenen Kanalisation. Ich muss durch das Gitter und in die andere Kanalisation.“ Ich sah mir die Stelle genauer an. Der Bach war dort ca. 40 cm tief. Das Gitter bestand aus einem U-Eisenrahmen, in dem Eisenstäbe,

3 cm dick, in einem Abstand von ca. 15 cm angeschweißt waren.

"Wenn ich die zwei Eisenstäbe unterhalb der Wasseroberfläche durchsäge, könnte ich durchtauchen", überlegte ich und fing sogleich an zu sägen. Die Geräusche, die das verursachte, wurden durch das Plätschern des Baches überdeckt.

Die erste Eisenstange war durchgesägt, die zweite gerade angefangen, da fuhr ein Motorrad mit zwei Soldaten in einer Entfernung von drei Metern über mir vorbei. Ich sah von unten aus dem Graben die Lederstiefel der Besatzung und die Räder des Motorrads. Schnell zog ich die Säge aus dem Schnitt und kroch rückwärts in den dunklen Kanal. Das leiser werdende Geräusch des Motorrads verriet eine Weiterfahrt seiner Besatzung.

Ich sägte weiter an der zweiten Stange. Als auch sie durchgesägt war, sägte ich die andere Seite der beiden Stangen an und bog sie in Richtung Kanal hinein. Jetzt tauchte ich mit den Kopf zuerst durch die geschaffene Öffnung durch und war gleich darauf im hell erleuchteten, offenen Graben. Hier war ich wieder völlig ungeschützt und kroch deshalb sofort weiter in den nächsten dunklen Kanalabschnitt.

Dort angekommen, fühlte ich mich viel sicherer und glücklich, diese Sperre gut überwunden zu haben. Aus dem jetzigen Kanal heraus konnte ich den KFZ-Sperrgraben und den Streckmetallzaun GZ 1 - Grenzzaun 1 - erkennen, unter dem ich gerade durchgekrochen war. Mit dem gesamten Werkzeug kroch ich nun weiter im zweiten unterirdischen Kanalabschnitt.

Es dauerte nicht lange, da stellte ich fest, dass die Kanalisation wieder nach oben offen war. Es handelte sich hier um eine vergitterte Öffnung, die ca. 2 x 3 Meter groß und beleuchtet war. Langsam näherte ich mich der riskanten Stelle. „Sollte hier etwa ein Posten stehen, der den Kanal beobachtet?“ fragte ich mich und zögerte einen Moment. „Soll ich umdrehen und alles aufgeben? Nein, das kommt nicht in Frage“. Welcher Mensch guckt schon 24 Stunden am Tag in ein dunkles Loch? Selbst wenn er den Befehl dazu bekommt, wird er es nicht ständig machen, „beruhige dich Roland“. Ich musste nur auf Signalschalter oder Drähte achten. Aber selbst die würden mit der Zeit hier unten in der Feuchtigkeit verrotten und bei Hochwasser Fehlalarm auslösen.

Vorsichtig kroch ich an die Stelle heran und beobachtete voller Anspannung, konnte aber nichts bemerken. Die Helligkeit bereitete mir großes Unbehagen. Ich war froh, als ich die helle Stelle überwunden hatte und wieder im Dunkel der Kanalisation verschwunden war. Wie gut, dass ich nicht aufgegeben hatte.

Die eisige Kälte des Wassers machte mir allerdings langsam zu schaffen. Der Taucheranzug hatte zwar anfangs die Kälte abgehalten, aber jetzt war ich schon eine Stunde im kalten Wasser.

Ich kroch immer ein Stück und leuchtete dann den Kanal aus, um eventuelle Hindernisse rechtzeitig zu entdecken. In der Ferne hörte sich der Bach an, als wäre dort ein kleiner Wasserfall. Es dauerte nicht lange, da war ich an der Stelle, wo das Wasser aus einem Meter Höhe in den Kanal einfloss, der hier wieder zu Ende und vergittert war. Außerhalb des Kanals war es jetzt dunkler, aber man konnte noch einige Meter den Bachlauf erkennen. Links und rechts an der Bachböschung waren Büsche und kleine Bäume. Ich konnte mich hier am Ende des Kanals gebückt hinstellen, was insofern gut war, dass ich endlich aus dem kalten Wasser herauskam.

Ich tastete das Gitter ab und stellte fest, dass es zwei verschiedene Gitter waren: ein sehr dickes, das in der Mitte eine Öffnung hatte, auf der ein dünneres Gitter lag, das mit einer Kette und einem Schloss am dickeren Gitter befestigt war.

So kam ich zu dem Entschluss, ein Kettenglied aufzusägen. Dies ging auch ganz gut und schnell. Nun wickelte ich die Kette von den beiden Gittern ab. Das aufgelegte Gitter schob ich vorsichtig zur Seite und band es dort fest. Dann hangelte ich mich durch die Öffnung, raus in den offenen Graben, der wieder keinen Schutz bot. Weil es dort relativ dunkel war, wollte ich einen Blick aus dem Graben wagen, um meine Orientierung wieder zu finden. Dazu griff ich nach den Stämmen der Bäume und zog mich langsam die Böschung hoch. Durch das Gestrüpp schauend, konnte ich das Umfeld gut einsehen. Nicht weit von mir standen zwei Scheinwerfer, deren Strahl von mir weg, einmal Richtung Acker und einmal Richtung Bahndamm leuchteten, der parallel zum KFZ-Sperrgraben und zum GZ 1 verlief. Etwa 200 Meter entfernt sah ich den viereckigen Beton-Postenturm. Oberhalb des zweiten Zaunes, der vom Bahndamm aus quer über den ausgestrahlten Acker verlief, waren Hunde an der Laufleine angekettet, die von Zeit zu Zeit bellten und heulten.

Ich schaute mir alles in Ruhe an und bekam ein Gefühl der Überlegenheit. Ich war mitten im Herzen der Grenzanlagen, einer der am besten bewachten Grenzen der Welt und keiner bemerkte mich. Dieses Gefühl verdrängte die Angst, aber ich wusste, dass es noch nicht durchgestanden war und sich das Blatt jederzeit wenden konnte.

Plötzlich bemerkte ich, wie an dem Postenturm die Tür aufging und zwei Soldaten herauskamen. Reflexartig zuckte ich zusammen. Die Soldaten bewegten sich langsam in Richtung Motorrad und fuhren dann damit auf dem Kolonnenweg den kleinen Berg hinauf.

Ich blickte ihnen nach, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Dann glitt ich die Böschung hinab in den Bach hinein und entdeckte dabei ein gespanntes Band oder einen Draht, doch als ich im Bach lag, war nichts mehr davon zu sehen. Ich spürte instinktiv die drohende Gefahr. Die Anspannung meiner Nerven hatte wieder ein Maximum erreicht, mein Adrenalinspiegel machte mich hellwach. Ich kroch an der gleichen Stelle nochmals langsam aus dem Graben und ließ mich vorsichtig wieder zurück gleiten. Jetzt, noch nicht im Wasser angekommen, konnte ich einen quer über den Bach gespannten Draht erkennen. Das eine Ende war am Baum befestigt, das andere ging in die Büsche.

Ich kroch mit aller Vorsicht bis zum Draht, der  50 cm oberhalb der Wasseroberfläche des Baches gespannt war und folgte diesem, indem ich langsam, als würde ich eine Bombe entschärfen, die Blätter und Zweige zur Seite bog. Ich sah ein Gestell mit einer Abzugsvorrichtung. Näheres konnte ich wegen der Dunkelheit nicht erkennen. „Nichts berühren und im Wasser darunter durchrutschen“, dachte ich und tat es auch sogleich mit dem nötigen Respekt vor dieser Falle. Voller Aufmerksamkeit robbte ich den offenen Bach entlang, um einen eventuell neuen Signalgeber rechtzeitig zu bemerken.

Nach ca. 40 Metern kam ich am Bahndamm an, der zu der Betriebsbahnverbindung zwischen dem nicht weit entfernten Tagebau Harbke und der Brikettfabrik Völpke gehörte. Hier fuhren von Zeit zu Zeit Kohlenzüge hin und her. Der Bachlauf verschwand in einer U-förmigen Kanalisation unter dem Bahndamm, die auf dieser Seite wiederum offen war. Mir war nun klar, dass es immer von der Ostseite aus ein Gitter vor der Kanalisation gab.

Als ich in den neuen Kanalisationsabschnitt kroch, bemerkte ich, dass es dort sehr schlammig war. Meine Arme und Knie versanken im Schlamm und ich hatte Mühe, sie wieder herauszuziehen. Im stockfinsteren Kanal und im Schlamm versunken, hörte ich einen heranfahrenden Zug, dessen Gewicht den Schlamm vibrieren ließ. Die Situation war mir unheimlich, aber trotzdem schien hier keine Gefahr zu drohen.

Nachdem ich eine Zeitlang mühsam gekrochen war, versperrte plötzlich ein neues Gitter den Weg. Es war stärker als die vorhergehenden. An der anderen Seite des Gitters hatte sich allerlei Schwemmmaterial aufgestaut.

Durch das Gitter greifend, versuchte ich Blätter und Zweige zu entfernen, um Ausschau zu halten. Dies gelang mir aber nur zum Teil, ich konnte nichts Genaues erkennen, sondern lediglich feststellen, dass die Kanalisation nach dem Gitter wieder offen war. Der Abstand der Gitterstäbe war dicht und die Stäbe selbst waren zu stark, um sie in der verbleibenden Zeit durchzusägen. Jetzt war ich dem Ziel so nahe. Sollte dennoch alles scheitern?...........